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Leistungskurs Französisch 12. Jahrgang
Voyage d'études à Paris 


 
Mardi, 15 mai 2001

Le quartier du Sentier et le passage du Caire


Le quartier du Sentier: Une grande partie de la mode française est cousue ici : le quartier du Sentier reste le centre de la fabrication de prêt à porter et d'accessoires, malgré l'encombrement des rues. Depuis le 19è siècle, de nombreux bâtiments ont été construits pour recevoir au mieux la lumière du jour (verrières). Ils abritent de plus en plus de nombreuses petites sociétés spécialisées dans le multimédia en général et internet en particulier, justifiant le surnom de Silicon Sentier donné au quartier.
Place du Caire- Façade (22 KB)
La place du Caire, le passage du Caire et ses rues avoisinantes doivent leur nom (et leurs décorations) à l'engouement pour l'Égypte qui suivit l'expédition de Bonaparte en 1798.
Au 237 rue Saint-Denis, le passage du Caire ouvert en 1798 est depuis longtemps spécialisé  en lithographies et en fabrication de mannequins pour vitrines.

d'après: http://www.parisbalades.com/


Le Sentier 

Le quartier de la mode change de mode

Dans le quartier du Sentier, en plein cœur de Paris, un cliquetis chasse l'autre. Celui des claviers d'ordinateur résonne désormais en chœur avec celui des machines à coudre. Traditionnellement occupé par les ateliers de confection et les fabricants de tissu, ce pâté d'immeubles sans grâce au nord du IIe arrondissement de la capitale s'est transformé en moins de deux ans en "silicon quartier" en logeant par dizaines start-up de l'informatique et sociétés de télécommunication.  ....
                                             Stéphane Jarre

Vous trouvez la suite de l'article dans: Références 14 - Automne/Hiver 2000 (Cornelsen)



Das Silicon-Valley im Herzen von Paris 
Das traditionelle Textilviertel Sentier zieht magisch Internet-Firmen und Start-ups an - 
Immobilienboom im "Silicon Sentier" 
 
Paris - Im 211. Jahr nach dem Sturm auf die Bastille findet in Paris eine neue Revolution statt. Statt um Brot und Brüderlichkeit geht es um Bytes und Business - und um den Kampf gegen verkrustete Strukturen. Die neuen Revolutionäre sind junge französische Internetfirmen, die den etablierten Immobilienmarkt der Hauptstadt durcheinanderbringen. Immer mehr aufstrebenden Dotcom-Firmen siedeln sich im heruntergekommenen Stadtteil Sentier an. 
Zwischen dem Pariser Hallenviertel und der Börse steht seit Jahrhunderten eine traditionelle Hochburg der französischen Textilindustrie. Jetzt lassen sich dort die Dienstleister des 3. Jahrtausend nieder. Diskreter Vorreiter für den Aufmarsch von Hi-Tech-Firmen in dem historischen Pariser Stadtteil war "Yahoo Frankreich", eine der ersten Internetfirmen des Landes. Im Sommer 1998 suchte die französische Tochter des amerikanischen Internet-Giganten dringend Büroflächen.
Das Yahoogeschäft wuchs und wuchs, der US-Ableger brauchte Platz für sein junges Team. "Die Mieten im Sentier waren niedriger als im Geschäftsviertel La Défense", erklärt Yahoo-Chef Philippe Guillanton. "Außerdem gefiel der lebendige Stadtteil unseren Leuten viel besser." 

"Yahoo Frankreich" hörte auf seine jungen Mitarbeiter und griff zur unkonventionellen Lösung. Die Firma verzichtete darauf, in den hochmodernen Bürotürmen von La Defense belächelter Untermieter von Banken und Versicherungen zu werden. Statt dessen wagte sich die Internetfirma ins Zentrum von Paris und mietete 406 Quadratmeter im Sentier an. Zukunft traf Vergangenheit, als die Internetprofis in einem der ältesten Teile von Paris Quartier nahmen. Der Sentier ist seit Urzeiten Heimat der französischen Konfektionsindustrie. Rund 5000 Kleinfirmen mit wahrscheinlich 40 000 offiziellen und inoffiziellen Mitarbeitern nähen hier emsig, was danach von bekannten Couturiers, Boutiquen und Kaufhäusern angeboten wird. In dem engen Gassenwirrwar im 2.Arrondissement liegen Textilfirmen, Schneidereien sowie Im-und Exportgeschäfte für Stoffe dicht beieinander. Über Jahrhunderte beherrschten jüdische Textilproduzenten das Bild. Inzwischen haben sie Konkurrenz durch Pakistaner und Chinesen bekommen, die in Fabrikhallen und Hinterhöfen ihre Nähmaschinen rattern lassen. 

Tatsächlich bot der Sentier "Yahoo Frankreich" und den folgenden Internet-Firmen fast ideale Bedingungen. Philippe Guillanton: "Das Viertel ist innerhalb von Paris am besten mit Glasfasern verkabelt." Die moderne Kommunikationsausstattung im Untergrund verdankt der Sentier der nur einige hundert Meter entfernten Börse mit ihren elektronischen Geschäften. In den letzten Monaten hat der Zuzug von Internetfirmen dramatisch zugenommen. Lastminute.fr, Net2one, Buycentral, Webcicle, Metamedia und viele andere sind dem Beispiel von Vorreiter Yahoo gefolgt. Philippe Guillanton: "Wenn der Trend sich fortsetzt, wird die Ingenieurdichte pro Quadratmeter bald die der Textilarbeiter übertreffen." 

Der Yahoo-Chef hat im Sentier einen weiteren Standortvorteil entdeckt: "Unsere amerikanischen Geschäftsfreunde sind vom Ambiente des Stadtteils fasziniert, wenn sie unser Büro besuchen." Angelockt werden die jungen Internetfirmen - zusätzlich zum Glasfaser - von den niedrigen Mieten. So kostet der Quadratmeter zwischen 360 und 550 DM im Jahr, während andere Stadtteile von Paris bei 800 DM beginnen. Auch die Ansiedlung des amerikanischen Telecom-Anbieters Colt im Sentier hat die Attraktivität weiter erhöht. "Diese Start-ups brauchen superschnelle Internet-Leitungen wie die Holzfäller früher den Fluss", sagt Stephane Boujnah, zuständig für neue Technologien im französischen Wirtschaftsministerium. 

Auch die zahllosen Lieferwagen und Dauerstaus in den engen Gassen schrecken die Neumieter nicht. "Wir kommen sowieso alle mit Fahrrad und Motorroller", sagt Jeremie Berrchi, Gründer von Net2One. Für ihn und seine Mitarbeiter ist anderes wichtig. Die vielen kleinen Restaurants - und deren späte Öffnungszeiten. Berrchi: "Wenn wir bis nach Mitternacht arbeiten, können wir danach immer noch essen gehen." Im Geschäftsviertel La Defense würden sie zu so später Stunde nur noch auf einsame Nachtwächter treffen. 

Und während die neuen Mieter des Sentiers in einer Mischung aus Hoffnung und Beschwörung immer häufiger vom "Silicon Sentier" sprechen, steigen die Büromieten. Bei der Immobilienagentur Auguste Thouars geben sich die Interessenten inzwischen schon die Klinke in die Hand. "Bei uns laufen 20- bis 25-Jährige auf, die Büroflächen suchen, die sich in einen "open space" umwandeln lassen", erklärte Jean Laurent de La Prade. Die Agentur versucht zu helfen, stößt aber bei Anfragen nach sehr großen Büroflächen an die Grenzen des Sentiers. So passiert es, dass die ersten Internet-Ansiedler - inzwischen zu beträchtlicher Größe angewachsen - wegen Platzmangels den Sentier verlassen. Erstling Yahoo Frankreich wird in den weniger zentral gelegenen 17. Arrondissement gehen, wo ein Büro mit 1700 Quadratmetern wartet. Für das frei werdende Büro gibt es schon eine Warteliste hoffnungsvoller Start Ups. 

Joel Palix, Gründer von Clust.com, glaubt fest an die Zukunft des Silicon Sentier. Der Unternehmer hat sich schon die Site www.siliconsentier.com gesichert. Er will "Silicon Sentier" zum Qualitätslabel ausbauen. Aber es gibt nicht nur Gewinner in den historischen Gassen. Zu den Verlierern des Internet-Trends gehören die kleinen Textilgeschäfte, deren Pachtverträge demnächst auslaufen. Sie müssen mit heftigen Mietsteigerungen rechnen. Nicht gut zu sprechen auf die Internet-Invasion sind auch die Prostituierten in der Rue Saint Denis. Ihre Geschäfte am Rande des Sentier gehen schlechter - und sie geben dem World Wide Web die Schuld. "Zuerst ruiniert das Internet mit seinen Sex-Sites uns das Geschäft - und dann kommen die Firmen noch als Mieter in unseren Stadtteil und treiben die Mieten hoch", sagt Jean- Claude. Er ist Türsteher des Sexclubs Pussy Cat, Rue Saint Denis Nr. 187. Noch hat er sich nicht nach einem neuen Job bei einem der Start-ups bemüht. 

                              (Henning Lohse, Die Welt online vom 30.03.2000) 
Wir danken Herrn Lohse für die freundliche Überlassung des Copyrights.
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