Paris
spécial ...
Der Eiffelturm
Der Eiffelturm: Schandfleck oder
die Sehenswürdigkeit schlechthin? Darüber gibt es ja bekanntlich
verschiedene Meinungen.
Ursprünglich als Symbol des
technologisch überschäumenden 19. Jahrhunderts für die Weltausstellung
1889 in Paris von Gustave Eiffel konstruiert und gebaut, avancierte
der Eiffelturm bald zum Wahrzeichen von Paris- und vielleicht, je nach
Auffassung, auch zum Symbol Europas. Denn kein anderes europäisches
Wahrzeichen ist international so bekannt wie der Eiffelturm.
Schon als der Eiffelturm gebaut wurde,
gab es die ersten lauten Kritiken. Ein Monster aus Stahl wurde er beschimpft
und diese Betitelung war nur eine von vielen negativen Äußerungen
zum Thema Eiffelturm. Aber auch als Eiserne Lady wird er bezeichnet, denn
für die Pariser ist der Eiffelturm eine Frau, die sie liebevoll „Dame
de fer“ nennen.
Aber warum wurde er zum Symbol Frankreichs?
Lag es vielleicht daran, dass er durch seine außergewöhnliche
Architektur immer in der Erinnerung der Paris-Besucher blieb? Man sich,
wenn man nach dem Beeindruckendsten an Paris gefragt wurde, immer zuerst
an den Eiffelturm dachte? Sollte man ein mindmap zum Thema Paris erstellen,
wäre das erste Wort mit Sicherheit „Eiffelturm“. Vielleicht liegt
es auch daran, dass der Eiffelturm nicht so ganz in seine Umgebung passen
will, er aber trotzdem von fast überall zu sehen ist, denn er dominiert
mit seinen 318 Metern die Stadt, wollte man ihn nicht ständig vor
Augen haben, müsste man sich abwenden oder die Augen schließen.
Oder liegt es vielleicht daran, dass
der Eiffelturm bei einer Seine-Fahrt am Abend wie ein Blitzlichtgewitter
erstrahlt und so eine so schöne romantische Stimmung verbreitet? Für
Verliebte mag das sicherlich ein wichtiger Aspekt sein, der durchaus nachzuvollziehen
ist.
Allerdings muss man auch mal ganz
nüchtern und realistisch sein. Schaut man sich den Eiffelturm mal
bei normalem Wetter an, d.h. nicht strahlender Sonnenschein und blauem
Himmel mit kleinen weißen Wolken, so erkennt man, dass von dem abendlichen
Glanz nicht viel übrig geblieben ist. Es handelt sich dann nur noch
um ein Stahlgerüst in ungemütlichen Farben, er scheint nicht
so ganz in die Umgebung zu passen. Rein optisch gibt der Eiffelturm nicht
wirklich viel her, abgesehen von der schon erwähnten ungewöhnlichen
Architektur.
Genau diesen Eindruck hatte ich,
als ich den Eiffelturm das erste Mal gesehen habe. Dunkles, graues Ungetüm,
das plötzlich wie aus dem Nichts vor mir auftauchte. Beeindruckt hat
mich damals eigentlich nur die Größe und das Unpassende, das
ich schon erwähnt habe. In meinen Augen war es ein sehr unattraktives
Gebäude.
© Photo: S. Schülermann
Aber dann hatte ich doch noch mal
die Chance, auch die schönen Seiten des Eiffelturms kennen zu lernen
und zwar genau bei einer solchen Seine-Fahrt. Plötzlich erstrahlten
Tausende von Lichtern und tauchten den Eiffelturm in ein ganz neues Licht
und in einen Glanz, den ich mir vorher niemals hätte vorstellen können.
Wiederum ein paar Tage später konnte ich die Schönheit auch noch
mal bei Sonnenschein am Tage begutachten, und da sah der Turm auch schon
viel schöner aus.
© Photo: S. Wessin
Insgesamt bin ich der Meinung, dass
der Eiffelturm zu Paris gehört. Ohne ihn würde Paris nicht mehr
ganz Paris sein. Über seine Architektur und die Konstruktion lässt
sich streiten, aber eines ist klar: Der Eiffelturm hat zwei Charaktere:
Das stählerne Monster und die Eiserne Lady. Es kommt eben auf den
Blickwinkel.... und das Wetter an.
Der Text wurde von Sabrina
verfasst.