Comenius Projekt               ORIGINI

DieWakenitzfischerei                 - einst und jetzt -                     Ein  Wirtschaftszweig im Wandel der Zeit


 
 

Deutsche Zusammenfassung

In der Mitte des19. Jahrhunderts war die Wakenitzfischerei ein wichtiger Wirtschaftszweig der Hansestadt Lübeck, heute ist von der damals 1896 gegründeten "Genossenschaft der Wakenitzfischer", die 16 Mitglieder zählte, nur noch ein einziger
Berufsfischer auf dem Ratzeburger See übriggeblieben. Durch ökologische, ökonomische und kulturelle Veränderungen ist dieses Gewerbe praktisch ausgestorben. 

In den Anfängen der Wakenitzfischerei war das Gewerbe in der Hand des "Fischeramts der Wakenitzfischer", später, nach der Einführung der Gewerbefreiheit, ging dieses Amt in eine Genossenschaft über, da so eine Gemeinschaft den Fischern bei ihrer täglichen Arbeit viele Vorteile bot. Denn bevor 1930 eine Fischgroßhandlung den Verkauf der Fische übernahm, gehörte dies
beispielsweise auch zu den Aufgaben eines Berufsfischers (oder dessen Frau). Ein ehemaliger Fischer beschreibt den Fischfang als "mühsames Geschäft, von dem man mehr schlecht als recht leben kann". Im Hinblick darauf war es für die Nachfahren der Fischer wenig reizvoll das Geschäft ihres Vaters zu übernehmen. Nach dem Fischereistatut waren sie aber die einzigen, die das Recht besaßen, den Beruf des "Wakenitzfischers" auszuüben, und so starb dieses Metier langsam aus. Lediglich die ehemaligen Wohnsitze der Fischer sind auf flachen Niederungs. kuppen am Ufer der Wakenitz erhalten geblieben. Die Buden und Horste,
die heute zum Teil als Ausflugslokale dienen, erinnern an den früheren Wirtschaftszweig Lübecks. 

Im Laufe der Entwicklung der Wakenitzfischerei haben sich allein die Fangmethoden über sehrlange Zeit kaum verändert.
Traditionell wurde, neben Körben und den später daraus entwickelten Garnreusen, mit Zug- und Stellnetzen gefischt. In den
30er Jahren wurde bei der Aalfischerei die Fangmethode mit Schnüren von den Lauenburger Fischern übernommen. Als
grundlegend neue Fangmethode kam erst in den 50er Jahren die, der Elektrofischerei hinzu. Aufgrund vieler mitsichtziehender
Nachteile, wie die unbeabsichtigte Tötung anderer Fische, konnte und kann sie jedoch nur begrenzt eingesetzt werden . 

In direktem Zusammenhang mit dem Rückgang der Berufsfischerei, die ja besonders mit der Natur verbunden ist, steht die
Umweltbelastung, von der diese Berufsgruppe stark betroffen war. So haben "bauliche Maßnahmen", übermäßige Belastung
durch Freizeitnutzung und Eutrophierung durch Düngemittel der um- liegenden Felder dazu geführt, dass der einst riesige,
vielfältige Fischbestand auf einen kleinen Teil zusammengeschrumpft ist und den Fischern am Ende ihre Lebensgrundlage
entzogen worden ist. 

Diese bedrohliche Entwicklung hat Anlass dazu gegeben, dass heute viele Schutzmaßnahmen getroffen werden, um den
"Amazonas des Nordens" vor seinem Ende zu bewahren. Denn nur einverantwortungsvollerer Umgang mit der Wakenitz kann
bewirken, dass der Fischfang, der heute noch von Sportanglern oder zum Aufrechterhalten alter Traditionen betrieben wird,
eine Zukunft hat.

English summary

Fishingin the „Wakenitz”                       - today and yesterday – 

A changing branch of economy

In the middle of the 19th century, fishing in the Wakenitz was an important branch of economy in the hanseatic city of Lübeck, today there is only oneprofessional fisherman left compared to the former 16 of the “corporation of Wakenitz-fishermen” that was founded in 1896. Practically this trade has died due to changes of economy, ecology and culture.

In its first days the fishing in the Wakenitz was transformed from a couple of independent fishermen into an association that allowed a lot more efficiency, for example they (or their wives) could sell the fish on their own instead of paying someone to do it. A former fisherman describes the fishing as a “troublesome business hard to live on”. With regard to that, it was not really attractive for the fishermen’s sons to continue the work. But according to the law, they were the only ones allowed to inherit the business of being a fisherman, that is why the trade started to die slowly. Today the fishermen’s houses serve as restaurants and reminders of the former branch of economy of Lübeck.

In the process of development of the fishing in the Wakenitz, the methods of fishing did barely change. Traditionally, it was common to fish with cords, baskets and different kinds of nets. The only remarkable change occurred in the 50s when the electronic fishing was introduced, a method of fishing that is quite full of disadvantages and therefore not allowed to be used to a high degree.

The decline of the professional fishing, that is strongly connected with the environment, is directly linked with the growing pollution of the nature. The construction of new buildings, the changes in agriculture and the generally pollution have caused a degradation of the fish-stocks in the Wakenitz, the basis of the fishermen’s lives.


This menacing development led to a number of measures to protect the wildlife of the “Amazonas of the north”, only a responsible treatment can keep the traditions


 

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