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Comeniusprojekt "Ursprünge - Origini"

Aspekte der Europäischen Identität
Europaprojekt im Erdkundeunterricht der 10. Klassen


 
EU - Beitrittskandidat Tschechien 

Geografische Lage
Die Tschechische Republik liegt östlich von Deutschland. Weitere Nachbarstaaten sind Polen, Österreich und die Slowakei. Tschechien verfügt über eine Fläche von 79.000 km². Die Durchschnittstemperatur beträgt im Januar –1,5ºC. Im Juli sind es 19ºC.
Hauptstadt
Die Hauptstadt ist Prag. Sie ist mit 1,21 Mio. gleichzeitig die größte und wichtigste Stadt Tschechiens  mit der größten Universität des Landes. 
Wirtschaft
Die Hauptwirtschaftsgüter sind Weizen, Gerste, Kartoffeln, Zuckerrüben, Hopfen und Holz; Braunkohle, Uran und Eisenerz sowie Nahrungsmittel, Maschinen, Eisen und Stahl, Chemikalien, Transportausrüstung und Erdölraffination. Das Bruttoinlandsprodukt beträgt fast 55 Mrd. Dollar. Die Industrie und die Dienstleistungen stellen je mit ca. 44% die stärksten Faktoren bei der Erwerbsstruktur. 12% sind in der Landwirtschaft beschäftigt. Die Haupthandelspartner sind Deutschland, Italien, Russland, Österreich, Slowakei und Ungarn. Die Währung ist eine Tschechische Krone. 
Bevölkerung
Die Bevölkerungszahl beträgt 10,3 Mio. Das entspricht einer Bevölkerungsdichte von 130 Menschen pro km². Die Amtssprache ist Tschechisch. 65% der Bevölkerung sind Katholiken. 
Regierung
Die tschechische Verfassung ähnelt der deutschen stark. Regierungschef ist der Ministerpräsident, zur Zeit Josef Tosovsky. Das Repräsentantenhaus (entspricht dem deutschen Bundestag) umfasst 200 Mitglieder. Staatsoberhaupt ist der Präsident, zur Zeit Vaclac Havel.
Flagge
Die Flagge wurde von der Tschechoslowakei übernommen.


Das eigentliche Referat befasst sich mit 2 Schwerpunkten, die nach einem EU- Beitritt zu großen Problemen werden könnten. Dies ist zum einem die Situation auf dem Arbeitsmarkt und zum anderen die Landwirtschaft.

Situation auf dem Arbeitsmarkt.

Es gibt Befürchtungen, dass viele Tschechen nach einem EU- Beitritt ihren Arbeitsplatz in Deutschland suchen werden. Die Zahlen der Wanderer sind widersprüchlich, da Deutschland immer unattraktiver für Einwanderer wird. Dazu gibt es dass Problem, dass Menschen, die in der Grenzzone leben, in Deutschland arbeiten und in Tschechien günstig leben.

Bundeskanzler Schröder wäre es am liebsten, wenn den Osteuropäern der Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt sieben Jahre lang verschlossen bleiben würde. Aber das würde Probleme mit dem EU-Gesetz, der freien Wohnsitzwahl in der EU, geben.
Außerdem würde das Problem nicht gelöst, sondern nur aufgeschoben. Weiter meint Schröder, dass es gut für die osteur. Staaten sei, wenn sie qualifizierte Arbeiter im Land behielten. Die Staatschefs begrüßten den Vorschlag. Aber in Wirklichkeit geht die Befürchtung dahin, dass von den 100.000 – 220.000 jährlich erwarteten Einwanderer, zu wenig qualifizierte dabei sind. Experten rechnen mit viel Zuwachs im Baugewerbe und in der Gastronomie. Dr. Joachim Wuermeling, MdEP, hält es für sinnvoll, die Einwanderer nach und nach zu integrieren. Des weiteren macht er sich für befristete Arbeitsverträge stark. Aber dies würde sich auch wieder mit dem EU- Gesetz des frei wählbaren Arbeitsplatzes kreuzen. Eine Gesetzesänderung halten viele EU- Staaten für nicht sinnvoll.

Schröder möchte es deutschen Arbeitgebern aus den Grenzregionen verbieten, Arbeitskräfte einzustellen, die ihren Wohnsitz im Tschechien bzw. Polen haben. So will er den hieraus resultierenden Steuerausfällen einen Riegel vorschieben. 

In beiden Fällen ist noch keine Entscheidung gefallen. Ein positives Ende für das Konzept von Bundeskanzler Schröder ist fragwürdig.

Landwirtschaft

Die Bedeutung des nahenden EU-Beitritts für die Landwirtschaft Tschechiens

Es gibt zahlreiche Befürchtungen, dass  nach dem Beitritt in die Europäische Union ausländische Investoren die verhältnismäßig günstigen Agrarflächen Tschechiens aufkaufen werden. Diese würden aufgrund ihrer moderneren Maschinen eine nicht zu schlagende Konkurrenz für einheimischen Betriebe darstellen. Das Ergebnis wäre eine Welle von Konkursen in den Betrieben, was einen weiteren Preisverfall der Flächen nach sich zöge.

Aufgrund des Wegfallens der Zölle glauben auch viele Landwirte Tschechiens sich in Zukunft gegen eine Flut von importierten Agrarprodukten durchsetzen zu müssen. Die ist bereits in einem gewissen Maßstab der Fall. Um diesen Ängsten zu begegnen, haben sich die noch aus den Zeiten der Sowjetunion stammenden Agrargenossenschaften auf Massenproduktion umgestellt. Dies hat unweigerlich Qualitätseinbußen der Produkte sowie Rationalisierungsmaßnahmen -  um Kosten zu sparen - zur Folge. Etwaige Personalentlassungen aufgrund der höchstwahrscheinlichen Lohnsteigerungen werden nicht zu vermeiden sein. „... und Tiere, die heute noch auf Stroh liegen, werden dann auf Spaltenböden stehen“.

Seit 1990 hat sich die Ackerfläche Tschechiens um etwa 118.000 ha verringert. Gleichzeitig hat sich die Zahl der Rinder von 3,36 auf 1,65 Millionen Rinder gut halbiert. Mehr als 300.000 Menschen haben seit dem ihren Arbeitsplatz im Agrarsektor verloren.
Nur die Bio-Landwirte Tschechiens setzte großen Hoffnungen in den EU-Beitritt. Mit dem Wegfall der Zölle könnten sie in Zukunft weit günstiger in die EU-Staaten exportieren als bisher. Allerdings müssen die wenigen Bio-Betriebe auf die EU-Standards umstellen um auch weiterhin ihre Produkte als biologisch verkaufen zu dürfen. Wenig Hoffnungen machen sich Landwirte für eventuelle Subventionen die auch inländische Produkte rentabel machen sollen.

Alles in allem verliert die Landwirtschaft Tschechiens bei dem nahenden EU-Beitritt.

© by Alex Schröder and Marcus Thiel (10b)



Quellen:
http://www.br-unserland.de/Seiten/0109/010907/0907-1.html
http://www.br-unserland.de/Seiten/0109/010907/0907-1f.html
http://www.br-unserland.de/Seiten/0109/010914/0914-5.html
http://www.asg.physik.uni-erlangen.de/europa/cz/cz1g.htm

Spiegel Online 
MS Encarta
Westermann Diercke Weltatlas

 


 
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© Susan Wessin - 27/12/2001 Thomas-Mann-Schule Lübeck